Nägel verraten mehr über Ihr Wohlbefinden als gedacht

Nägel verraten vielleicht nicht das Innerste der Seele, doch sie spiegeln oft erstaunlich klar und deutlich verschiedene Aspekte unseres allgemeinen Gesundheitszustandes wider. Während manche Menschen ihren Nägeln nur wenig Beachtung schenken und sie als unwichtig betrachten, liefern sie tatsächlich sichtbare und aussagekräftige Hinweise, die niemand leichtfertig übergehen sollte. Ungepflegt wirkende oder auffällig verfärbte Nägel entstehen zwar gelegentlich nur durch mangelnde Pflege oder äußere Belastungen und Umwelteinflüsse, sie können jedoch auch auf tieferliegende und ernsthafte gesundheitliche Themen und Störungen hinweisen. Wer solche wichtigen Signale rechtzeitig erkennt und richtig deutet, kann mögliche Störungen und Probleme frühzeitig ansprechen, bevor sie sich verstärken oder chronisch werden.

Von Versorgungsengpässen bei wichtigen Nährstoffen bis zu bestimmten inneren Funktionsstörungen zeigen Nägel mit ihrer Farbe, Struktur, Wachstumsgeschwindigkeit und Oberflächenbeschaffenheit ein kleines aber aussagekräftiges Protokoll des körperlichen Wohlbefindens. Erfahrene Ärztinnen und Ärzte betrachten bei Routineuntersuchungen nicht ohne guten Grund die Nagelplatte genau, denn Veränderungen in Farbe, Beschaffenheit, Form oder Stärke können frühe und wertvolle Hinweise auf verschiedene Gesundheitsprobleme liefern. Selbst kleinere Auffälligkeiten wie ungewohnte Tönungen, unregelmäßige Konturen, kleine Dellen oder eine veränderte Dicke sind gelegentlich ein sanfter aber wichtiger Hinweis des Körpers, aufmerksam zu sein und bei Bedarf fachlichen Rat einzuholen.

1. Gelbliche Nägel

Gelblich wirkende Nägel entstehen am häufigsten durch eine gut behandelbare Pilzbeteiligung oder Pilzinfektion. Unbehandelt kann die Nagelplatte brüchig wirken, sich allmählich verdicken und sich teilweise vom Nagelbett lösen. Verschwindet die gelbliche Farbe trotz geeigneter Mittel und konsequenter Behandlung nicht, kann dies in manchen Fällen auf Stoffwechselthemen wie Schilddrüsenunterfunktion oder eine Störung im Zuckerstoffwechsel hindeuten oder selten auf eine andere ernstere Haut- oder Gewebeproblematik. Meist beginnt die auffällige Verfärbung an der Spitze und schreitet langsam nach hinten vor.

Fußnägel sind wegen der wärmeren und feuchten Umgebung im Schuh häufiger betroffen, doch auch Fingernägel können sich verfärben. Rauchen, bestimmte Medikamente sowie dauerhafte Nutzung deckender Lacke ohne regelmäßige Pausen fördern die unerwünschte Tönung zusätzlich. Erste Maßnahme sind meist frei erhältliche pilzhemmende Präparate plus regelmäßiges behutsames Kürzen und gute Trocknung. Bleiben Veränderungen über mehrere Wochen bestehen, sollte fachlicher Rat eingeholt werden, um eine passende Diagnostik und gezielte Therapie zu erhalten.